Alu oder GFK?

Aluminium - die bessere Wahl

Sie sind sich nicht sicher, ob es ein Plastikboot (GFK) oder ein Aluminiumboot werden soll? Lassen Sie sich von den Vorteilen eines "Alubootes" überzeugen!

Metalle sind schlichtweg die solidesten „Belastungsallrounder“ unter den Werkstoffen. Gemische oder Verbundwerkstoffe mögen vielleicht im Stande sein, Metallen in ihren Paradedisziplinen das Wasser zu reichen, offenbaren dafür aber auch ebenso starke Schwächen, die damit verbunden sind, dass hier nicht gleich und gleich zusammenhält, wie bei Metallatomen, sondern unterschiedliche Stoffe miteinander verbunden werden, die dann zwar gemeinsam Spezialisten gegenüber Zug (GFK) oder Druck (Beton) sind, jedoch bei der entgegengesetzten Belastung oder Biegung, Beulung, Stößen (im Kollisionsfall) rasch das Handtuch werfen, mit denen Metalle von ihrer Natur her umzugehen wissen. Einmal lokal geschwächt, verlieren diese Stoffverbindungen dann unverhältnismäßig schnell an Zuverlässigkeit und Stabilität, wohingegen äußere Belastungen bei Metallen nach einem Anfangserfolg den Kampf noch lange nicht gewonnen haben. Stahl und Aluminium bieten einfach Sicherheit und Geborgenheit.

Aluminium ist ein Leichtmetall, das heißt, es weist für die hervorragenden Festigkeiten eines Metalls eine relativ geringe Dichte auf. Aluminium ist etwa 3x leichter als Stahl. Wer also auf die auf See ungeschlagene Festigkeit von Stahl setzen möchte, muss ein bedeutend größeres Gewicht und somit Kraftstoffverbrauch und Geschwindigkeitseinbußen in Kauf nehmen. Leichtbauweise gibt es auch mit GFK-Booten, denn Aluminium und GFK nehmen sich hinsichtlich der Dichte nicht so viel. Allerdings wird dieser Werkstoff dann infolge der ständigen Wechselbelastungen auf dem Wasser schnell altersschwach. Es kommt zu Brüchen in der Harzmatrix, was dazu führt, dass der Verbund aus Harz und Glasfasern geschwächt wird. Unregelmäßigkeiten aus dem Fertigungsprozess begünstigen dies. Wachsen die Risse bis an die Werkstoffoberfläche, kann Wasser Faser für Faser eindringen (Osmose). Keine schöne Vorstellung, wenn das Wasser unterm Kiel zum Stehen zu tief ist – bei Aluminium kein Thema!

Aluminium ist korrosionsbeständig. Es bildet eine Oxidschicht an seiner Oberfläche, die dann aber, anders als bei Stahl (Rost), nicht fortschreitet, sondern das Aluminium schützt. Wasser kann dem nicht beikommen und so sind die typischen Marinealuminiumlegierungen praktisch absolut wartungsfrei und pflegeleicht - jahrzehntelange (20+) Pflichterfüllung ohne besondere Ansprüche wie Gelcoatreparaturen oder Sandstrahl- und Lackierarbeiten. Wer sich also ein Boot anschaffen möchte, welches die Zeit nach der Saison eine ruhige Zeit sein lässt, der fährt mit Aluminium genau richtig!

Das heißt aber nicht, dass Aluminiumboote nichts für Leute sind, die gern hegen, pflegen und Hand anlegen. Wer gern selbst bohrt, ausbeult, sägt, wieder verschweißt (wer es denn kann), anbaut, umbaut, umbiegt - der hat mit Aluminium sicherlich mehr Freude als mit GFK. Aluminium ist ein klasse zu verarbeitender Werkstoff. Seine gute Verformbarkeit ermöglicht vielseitige Anwendungen und Formen. Und wenn der Bohrer mal heiß wird oder die Zigarette herunter fällt, auch kein Problem, denn Aluminium ist nicht entflammbar – anders als GFK mit seinen Harzen. Je nach Anwendungsfall und Kundenwunsch verwenden wir stets die geeignetste Legierung aus den Legierungssystemen EN AW‑5XXX (Al-Mg) oder EN AW‑6xxx (Al-Mg-Si).

Aluminium hält immer stärkeren Einzug im Sportbootbereich. Auch die Nutzer von Einsatzfahrzeugen mit besonders hohen Qualitätsansprüchen, wie Rettungskräfte der Feuerwehr, DLRG, Rotes Kreuz, Wasserwacht, Katastrophenschutz usw. kennen schon längst die Vorzüge von Aluminiumbooten  und profitieren von den besonderen Eigenschaften dieses Materials.

Und wenn Sie sich doch einmal von Ihrem Boot verabschieden müssen, wird es Ihnen keinen Ärger oder Kosten bei der Entsorgung verursachen. Im Gegenteil - zuletzt nimmt es Ihnen jeder Altmetallhändler gegen einen erfreulichen Erlös ab.